„Jägerin des Mondlichts“ von Christine Johnson

Sie tötete ihn in tiefdunkler Nacht, noch ehe sich die Tautropfen auf den Gräsern abgesetzt hatten. Es war ganz leicht. Er kam zum Fenster, als sie mit ihren Krallen dagegentrommelte – genau wie sie es sich erhofft hatte. Er schob das Fenster auf und streckte den Kopf heraus, um nachzusehen, was los war. Wie ein Idiot. Wie ein Opfer. Ein Trottel weniger auf der Welt. Sie leckte sich das Blut vom Maul. *

Cover: "Jägerin des Mondlichts" von Christine Johnson

„Jägerin des Mondlichts“ von Christine Johnson, Ullstein Verlag

Worum gehts es?

Seit Wochen hat sich Claire auf ihre Geburtstagsparty gefreut. Endlich würde auch sie einmal im Mittelpunkt stehen. Doch dann kommt alles ganz anders: Claire erfährt, dass sie einer sagenumwobenen Dynastie von Werwölfinnen angehört, die seit Jahrhunderten in den dunklen Wälder Nordamerikas leben. Als ob das nicht schon verwirrend genug wäre, hat sich Claire auch noch verliebt und das ausgerechnet in Matthew, den Sohn eines berühmten Werwolfjägers. Kann sie ihm trotzdem vertrauen?

Genetisch bedingter Matriarchismus?

Die Geschichte wird aus der Sicht des Teenagers Claire Benoit erzählt. Sie ist ein introvertiertes Mädchen, verknallt in Matthew und wurde von Tagesmüttern aufgezogen, weil ihre Mutter oft verreist war. Kurz nach ihrem Geburtstag wird sie von ihrer Mutter über ihre Abstammung aufgeklärt. Diese stellt Claires Welt total auf den Kopf. Claire ist – genau wie ihre Mutter – ein Werwolf und jetzt wo sie sechszehn Jahre alt ist, wird es Zeit sie dem Rudel – was nur aus Frauen besteht, weil das Werwolf-Gen nur an den weiblichen Nachwuchs weitervererbt wird – vorzustellen. Nach und nach lernt sie, sich mit ihrem Schicksal zu arrangieren. Eigentlich gefällt es Claire sogar. Prekär ist nur, dass der furchteinflößende Vater ihres Schwarms Matthews, Werwölfe jagt, erforscht… und tötet.

Potpourri der Genre

Bei „Jägerin des Mondlichts“ handelt es sich – aufgrund des Alters der Protagonistin – um ein Jugendbuch das sich in die Bereiche Romantik, Fantasy und irgendwie auch Krimi aufsplittet. Meist wird aus der Perspektive von Claire erzählt, aber zwischendurch tauchen auch immer wieder Abschnitte auf, die aus der Sicht des Mörders erzählen. Der Schreibstil ist genauso, wie ich es mag: flüssig und leicht verständlich. Ich mag es nicht, wenn ein Autor mit Fach- und Fremdwörtern um sich schmeißt und man dadurch gezwungen ist, am besten einen Duden bereitliegen zu haben. Am besten haben mir die Krimielemente gefallen. Dauernd habe ich mich gefragt, wer der Mörder ist. Christine Johnson hat es aber auch immer wieder geschafft, mich auf die falsche Fährte zu locken.

Emotionen konnten nicht überzeugen

Das Ende hat mich nicht überzeugen können. Ich hatte die ganze Zeit nicht das Empfinden, dass es mehr als nur eine Schwärmerei war, die Matt und Claire miteinander verband. Daher fand ich Matts Reaktion auf das Erfahrene nicht glaubhaft. Bei „Jägerin des Mondlichts“ handelt es sich um den ersten Roman von Christine Johnson. Mich hat er gut unterhalten und von daher würde es mich freuen, vielleicht bald wieder was von ihr zu lesen.

Bewertung drei Rehkitze

 

Ullstein Verlag | 2011 | OT: Claire de Lune | Übersetzung: Ursula Walther | 320 Seiten | 978-3548283173 | € 8,99 (Ausgabe nur noch gebraucht erhältlich)

 

* Christine Johnson: Jägerin des Mondlichts. Ullstein Verlag, 2011, die ersten acht Sätze

 

Kommentare sind geschlossen.