„Salve Roma!“ von Akif Pirinçci

Der Mensch macht Pläne. Wo doch jeder Mensch weiß, dass nichts unplanmäßiger verläuft als das Leben. Und wo doch jeder Mensch auch weiß, dass gerade aus den unplanmäßig eintretenden Dingen das Beste fürs Leben erwächst. Nun ja, jedenfalls im Rückblick gesehen – und, nun ja, jedenfalls manchmal. Andererseits scheinen das Leben und die Welt ohne einen Plan nicht bezwingbar zu sein. *

Cover: "Salve Roma!" von Akif Pirinçci

„Salve Roma!“ von Akif Pirinçci, Eichborn Verlag

Worum geht es?

Obwohl langsam in die Jahre gekommen, befreit sich der Mäusejäger und Freizeit-Detektiv Francis wagemutig aus der Katzenpension „Pfote“, in die er abgeschoben werden sollte, solange sich sein menschlicher Dosenöffner Gustav für einen Arbeitsauftrag in Rom aufhält. Gewitzt, furchtlos und immer voller verwunderter Gedanken über die Welt der Menschen und Tiere, begleitet Francis Gustav als blinder Passagier in die italienische Hauptstadt und verwirklicht sich damit den lang gehegten Traum, die ewige Stadt zu besuchen. Doch Francis‘ ungeplanter Urlaub verläuft anders als erwartet. Kurz nach seiner Ankunft steht er vor dem Opfer eines Mordes und erhält auch gleich ein erstes Angebot der Katzenmafia, das er in bester „Paten-Manier“ kaum ablehnen kann. Damit ist Francis‘ Detektivinstinkt geweckt, und gemeinsam mit einem neu gewonnenen Freund beginnt er nach den Teilen eines Verbrechen-Puzzles zu suchen — und begibt sich damit wieder einmal selbst in Gefahr.

Da die Inhaltsangabe dieses Mal recht ausführlich ist, spare ich mir meine eigene Kurzbeschreibung und komme gleich zum Wesentlichen:

„Salve Roma!“ ist der fünfte Roman der Felidae-Reihe von Akif Pirinçci.

Nach ihm folgten noch Schandtat und Felipolis. Schandtat befindet sich bereits in meinem Besitz und ich kann nur hoffen, dass Herr Pirinçci dort zu seinen Wurzeln zurückkehrt. Salve Roma! ist – meiner Meinung nach – der bisher der schlechteste Teil der Reihe und hätte mich mein Ehrgeiz nicht gepackt, ich hätte das Buch wahrscheinlich abgebrochen.

„Salve Roma!“ spielt – wer hätte das gedacht – in Rom.

Und meiner Ansicht nach, hat der Autor darauf zu sehr das Hauptaugenmerk gelegt. Das Buch liest sich stellenweise wie ein Reiseführer und unterbricht mit seinen ausführlichen Beschreibungen (meist über mehrere Seiten) immer wieder den Spannungsbogen. Jedes Mal, wenn es interessant wird, bremst Herr Pirinçci einen mit seinen architektonischen Begriffen aus. Überhaupt setzt der Autor in diesem Buch sehr auf hochgestochene Worte bzw. stark verschachtelte Sätze. Dies trübt den Lesefluss noch zusätzlich.

Ein weiterer negativer Punkt sind die ganzen Ungereimtheiten.

In Das Duell war Francis bereits ein alter, schwächelnder Kater. Davon ist in Salve Roma! keine Spur mehr zu lesen. Sollte die Katze in einen Jungbrunnen gefallen sein? Auch andere Stellen im Buch – die ich wegen eventuellen Spoilern nicht explizit nennen möchte – ergeben teilweise keinen Sinn oder werden nicht weiter ausgeführt. Wenn man sich die ganze Entwicklung von dem ersten Buch Felidae bis zu Salve Roma! näher betrachtet, merkt man, dass die Geschichten immer wirrer und unglaubwürdiger werden. Auch meiner Fantasie sind gewisse Grenzen gesetzt…

Was kann ich sonst noch sagen?

Francis ist und bleibt als Charakter einfach nur liebenswert. In diesem Buch hat man zudem ein bisschen mehr zu seiner religiösen Einstellung (worauf man m.M.n. hätte verzichten können) und seiner Einstellung bezüglich Homosexualität erfahren.

Edit: Jetzt ärgere ich mich, dass ich das Buch verschenkt habe. Ich kann mich nicht mehr erinnern wie Francis zur Homosexualität stand bzw. an was er glaubt. Wäre interessant zu wissen, ob Herr Pirinçci – der vor einigen Jahren wegen radikaler Äußerungen negativ aufgefallen ist – sein Welt- bzw. Feindbild auf seinen tierischen Protagonisten übertragen hat.

Das Buch umfasst 271 Seiten, die in 15 Kapitel und dem traditionellen Anhang (der teilweise interessanter war als das restliche Buch) unterteilt sind.

Bewertung zwei Rehkitze

 

Band 5 der Felidae Reihe

Felidae | Francis | Cave Canem | Das Duell | Salve Roma! | Schandtat | Felipolis | Göttergleich

Eichborn Verlag | 2004 | 270 Seiten | 978-3821809564 | € 8,90 (Ausgabe nur noch gebraucht erhältlich)

 

* Akif Pirinçci: Salve Roma!. Eichborn Verlag, 2004, die ersten fünf Sätze

 

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